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Geothermie

Geothermie - umweltfreundlich, preisstabil, komfortabel

 

Direkt unter unseren Füßen verbirgt sich ein unerschöpflicher Energievorrat:  Erdwärme, auch Geothermie genannt. Aufgrund der optimalen geologischen Voraussetzungen auf dem Gemeindegebiet, beauftragten die Holzkirchner Marktgemeinderäte und Bürgermeister Josef Höß die Gemeindewerke, die Förderung von heißem Thermalwasser zur Wärme- und Stromversorgung zu verfolgen. Zumal die Ausgangssituation sehr gut ist und mehrere Vorteile bietet:

  • Dank der Möglichkeit, die Aufsuchungserlaubnis für Erdwärme (Claim Holzkirchen) in Alleinregie zu erwerben, kann sich die Marktgemeinde einen passenden Projektpartner aussuchen.
  • Aufgrund von Untersuchungen aus den 70er Jahren ist bekannt, dass optimale Vorraussetzungen zur Erschließung von Thermalwasser vorhanden sind.
  • Das bestehende und im weiteren Aufbau befindliche Fernwärmenetz kann für die Versorgung mit Erdwärme benutzt werden, was die Kosten erheblich reduziert.

Mit diesem Schritt in Richtung Wärme- und Stromversorgung durch Geothermie möchte die Marktgemeinde Holzkirchen ihren Bürgerinnen und Bürgern eine umweltfreundliche, von internationalen Energiemärkten unabhängige und vor allem auch in Zukunft bezahlbare Wärmeversorgung ermöglichen.

 

3-D-Seismik- Untersuchungen abgeschlossen

Auswertung zeigt: Viel versprechende Ergebnisse

 

Um die optimalen Bohrpunkte im Claim Holzkirchen festzulegen, wurden Anfang 2011 in Holzkirchen und Umgebung Seismik-Untersuchungen durchgeführt.

Diese 3-D-Seismik-Untersuchungen sind nun abgeschlossen. Zur Messung waren im Frühjahr große Vibrator-Fahrzeuge der Firma DMT auf Teilen des 126 Quadratkilometer großen Claims Holzkirchen unterwegs .

Kartenausschnitt  

Die weißen Spezial-Fahrzeuge fuhren im Konvoi auf zuvor festgelegten Trassen, die mit hochempfindlichen Sensoren, so genannten Geophonen, und Messboxen bestückt worden waren. Während ihres Einsatzes sendeten die Vibrationsfahrzeuge in kurzem Rhythmus schwache Vibrationen in die Tiefe. Die Geophone nahmen das in den Untergrund geworfene Echo auf. Mit Hilfe dieser gewonnenen Messdaten konnte eine dreidimensionale „Karte von dem Inneren der Erde" rekonstruiert werden.

Wie der Geologe Achim Schubert von Erdwerk bei einer öffentlichen Sitzung im Juli 2011 erläuterte, zeige die Auswertung sehr viel versprechende Ergebnisse: „Die Daten deuten auf große hydrothermische Verhältnisse unter Holzkirchen hin."

Von den Fachleuten wurden auch die entscheidenden „Hotspots" lokalisiert. Dies sind Störungen in der Kalkschicht, wo das Gestein abbricht und sich besonders viel Thermalwasser sammelt. Die Firma Erdwerk rechnet mit einer sehr hohen Schüttung von 80 bis 120 Litern pro Sekunde.

Viele Strukturen seien zum Anbohren geeignet, lautet das Fazit des Experten. Dank der Erdölbohrungen in den 70er Jahren sei das Gebiet des Holzkirchner Claims gut erforscht, zählt Achim Schubert einen weiteren Pluspunkt auf. Zudem könne Holzkirchen von den Erfahrungen der zahlreichen Geothermieprojekte in der näheren Umgebung profitieren.

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Bürgermeister Josef Höß zeigte sich ob der Ergebnisse bestätigt und betonte, dass man mit der Geothermie auf dem richtigen Weg sei. „Was die geologischen Erkenntnisse betrifft, haben wir dank der 3-D-Seismik eine relativ große Sicherheit ob der Fündigkeit. Jetzt geht's um die Wirtschaftlichkeits-Berechnungen", verdeutlichte Höß.

Viele Fragen seien noch gemeinsam zu klären: „Wie hoch ist die tatsächliche Vergütung? Was muss versichert werden, die zu erwartende Schüttung oder gar ein Bohrerbruch? Macht es evt. Sinn, mit einem Partner, der das Risiko mit trägt, das Projekt zu realisieren?" Wenn all diese Fragen geklärt sind, wird voraussichtlich im Herbst dieses Jahres der Gemeinderat die Entscheidung fällen, ob gebohrt wird oder nicht.

Als Bohrplatz vorgesehen wäre die Alte Au. Von dort würden sich die Bohrmeisel durch die Malmschicht bis in rund 5.000 Meter Tiefe bohren. Seinen Dank richtet Bürgermeister Josef Höß auch an die Bevölkerung, „die viel Verständnis für die kurzfristigen Beeinträchtigungen durch die Seismik-Untersuchung zeigte" und betonte: „Es freut mich, zu sehen, wie positiv unsere Holzkirchner Bürgerinnen und Bürger das Vorhaben begleiten. "

  

Wie Geothermie funktioniert, darüber werden Sie hier informiert.   

  

Energieversorung mit Geothermie

Vorteile für Ihren Geldbeutel und die Umwelt:

 

  • Unerschöpflich und rund um die Uhr verfügbar.
  • Klimafreundliche Wärmeversorgung.
  • Dank lokaler Förderung, unabhängig von den Energiemärkten und somit preisstabil.
  • Komfortable und saubere Energieversorgung. Weder Öl-, Gaskessel noch Holzpelletheizung nötig. Nur noch kleine Wärmeübergabestationen vor Ort.
  • Einsparung von Wartungs- und evt. Versicherungskosten. Keine Brennstoffe mehr im Haus. Somit weder Brand-, noch Explosionsgefahr sowie Grundwassergefährdung und Gerüche.
  • Stärkung der heimischen Wirtschaft, da Einbau über lokale Heizungsfirmen erfolgt.
  • Keine Lärmemissionen

 

 

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Woher kommt die Erdwärme?

Tief im Inneren unseres Planeten herrscht nach heutigen Schätzungen eine Temperatur  zwischen  3.000 und 10.000 Grad Celsius. Ohne Unterbrechung, 24 Stunden am Tag, Sommer wie Winter, steigt ein ständiger Wärmestrom an die Oberfläche, der auch das Wasser in den Tiefen der Erde erhitzt. Dieses heiße Wasser wird Thermalwasser genannt. Je tiefer man in das Innere der Erde vordringt, desto heißer wird es.

Selbst in den deutlich kühleren Außenschichten der Erdkruste schlummert ein riesiges Energiepotential. Die Erde strahlt täglich etwa viermal mehr an Energie in den Weltraum ab, als wir Menschen derzeit benötigen.

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Hydrothermale Geothermie - wie funktioniert das?

Im Raum München sind die Voraussetzungen zur Erschließung von Geothermie (Erdwärme) besonders günstig. Denn ein großer Teil des Freistaates liegt über den Schichten des so genannten Malmkarstes im süddeutschen Molassebecken zwischen Donau und Alpen. Hier befindet sich besonders heißes Thermalwasser in einer "relativ" geringen Tiefe und kann zur Energieversorgung genutzt werden.

Dazu wird die heißes Wasser führende Gesteinsschicht angebohrt und das Thermalwasser nach oben gepumpt. Dem geförderten Wasser wird durch so genannte Wärmetauscher die Energie entzogen und an das kommunale Fernwärmenetz zum Heizen oder zur Warmwasseraufbereitung abgegeben. Das heißt, das Thermalwasser bleibt in einem geschlossenen Kreislauf. Zudem kann das heiße Wasser zur Stromgewinnung eingesetzt werden.

Über eine zweite Bohrung, die Reinjektionsbohrung, wird das abgekühlte Wasser wieder in die Gesteinsschicht zurückgeleitet. Somit wird der natürliche Wasserkreislauf wieder geschlossen. Dieses Verfahren nennt man Hydrothermale Geothermie.

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Unterschiedliche Verfahren

Die Hydrothermale Geothermie unterscheidet sich völlig von dem Hot-Dry-Rock-Verfahren, wie z.B. in Basel in der Schweiz angewandt. Denn hier wird kaltes Wasser zur Wärmegewinnung in heißes Gestein verpresst. Ein weiterer Vorteil des Süddeutschen Molassebeckens gegenüber anderen Regionen ist, dass sich hier in Bayern keine Gipsschichten befinden, die aufquellen können, wie z.B. in Staufen in Baden-Württemberg.