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Geothermie

Erdwärme für Holzkirchen

Aktuelles vom Bohrplatz 

Heizwerk und Kraftwerk

23.11.2017 Flächen des inneren und äußeren Bohrplatzbereiches werden derzeit abgebrochen um den Kraftwerksstandort frei zu machen. Die Bodenplatte sowie die ersten Wände der Wärmezentrale sind betoniert, das Gerüst für die Montage der Wand- und Dachkonstruktion wird gestellt.

31.10.2017 Die Rohr- und Kabelkanäle sowie die Schachtbauwerke der Wärmezentrale sind unterhalb der Bodenplatte fertiggestellt. Die Grundleitungen sind verlegt, die Baustahlmatten und Stäbe der Bodenplatte werden eingebracht.

15.09.2017 Die Hochbauarbeiten zum Bauabschnitt I beginnen. Der Baukran steht, der Rohr- und Kabelkanal sowie die Fundamente der Wärmezentrale "Geothermie" sind die ersten Arbeitsbereiche.

16.08.2017 Erste Arbeiten zur Bodenverbesserung sind erfolgt. Das Ausschreibungsverfahren zum Los 1 Kraftwerk ist abgeschlossen, der Auftrag ist vergeben. Die im Auftrag angegebene elektrische Leistung beträgt 3,38 MW. Weitere Lose befinden sich in der Ausschreibungsphase.

24.07.2017 Das Testwasserbecken ist gereinigt und geöffnet, die Angebote zum Hauptteil des Kraftwerks werden derzeit ausgewertet, die Vergabe wird vorbereitet, in den kommenden Tagen wird mit dem Abtrag des Testwasserbeckens sowie mit Bodenverbesserungsarbeiten an den Gebäudestandorten begonnen

06.07.2017 Die Ausschreibungen zum Kraftwerk sind bei den Bietern zur Angebotsausarbeitung, zur Fernwärmezentrale "Geothermie" laufen die Detailplanungen und Berechnungen der Statik, Bodenanalysen für die Tragfähigkeit an den Gebäudestandorten sind erfolgt

 

Bohrung Th 2b ist abgeschlossen

07.04.2017 Der Bohrturm ist umgelegt, die Bohrungen sind abgeschlossen 

06.04.2017 Fortführung Bohrturmdemontage 

05.04.2017 Beginn Bohrturmdemontage

04.04.2017 Demontage Spülungstanks

03.04.2017 Anlagenteile werden demontiert

02.04.2017 Wellhead der Th2b wird vorbereitet, Grundflansch ist montiert

01.04.2017 Bohrgestänge wird abgelegt 

31.03.2017 Die Liner der Th1a sind fertiggestellt, über 5.000 Meter Bohrgestänge wird abgelegt 

30.03.2017 Lochliner der 5. Sektion ist verschraubt auf dem Weg nach unten 

29.03.2017 Teile des Bohrgestänges werden abgelegt, weitere Anlagenbauteile werden abtransportiert 

28.03.2017 Kontrollfahrt bis zur Endteufe der Th1a ist erfolgt, derzeit Ausbau des Bohrgestänges

27.03.2017 Verschieben des Turmes ist erfolgt, Standplatz über der Th1a ist erreicht 

26.03.2017 Der Bohrturm hat seine mehrstündige Reise zurück zur Th1a angetreten, der Lochliner der 5. Sektion wird vorbereitet

25.03.2017 Die Bohrung Th2b ist verschlossen, Teile der Testanlage sind abgebaut, der Bohrturm wird zum Verschieben vorbereitet

24.03.2017 Der Leistungstest der Th2b als Förderbohrung und der Th1a als Reinjektionsbohrung ist abgeschlossen, Energetische Leistung höher als erwartet

23.03.2017 Stufentest wird fortgeführt 

22.03.2017 Stufentest wird fortgeführt 

21.03.2017 Betrieb der Thermalwasserpumpe in einer höheren Leistungsstufe 

20.03.2017 Erster Betrieb als Dublette, Förderung aus der Th2b, Rückführung in die Th1a

19.03.2017 Langzeittest hat begonnen 

18.03.2017 Die Thermalwasserpumpe befindet sich wieder in der Tiefe, der erste Langzeittest wird vorbereitet 

17.03.2017 Nach den Setzen des Lochliners wird die Th2b noch einmal gereinigt

16.03.2017 Der Lochliner der 5. Sektion ist verschraubt und auf dem Weg nach unten 

15.03.2017 Vermessen des Bohrpfades ist abgeschlossen, Ausbau des Gestänges

14.03.2017 Meßsonde ist über Tage, Auslesung der Daten hat begonnen, derzeit Einbau des Bohrgestänges mit Sonde zum Vermessen des Bohrpfades

13.03.2017 Ausbau der Thermalwasserpumpe, Vorbereitung zum Ziehen der Meßsonde

12.03.2017 Testarbeiten

11.03.2017 Testarbeiten

10.03.2017 Pumptest mit unterschiedlichen Testparametern 

09.03.2017 Testarbeiten haben begonnen, die Thermalwasserpumpe ist in Betrieb, Thermalwasser wird (bei deutlich sichtbaren Dampfschwaden) an die Oberfläche gefördert 

08.03.2017 Die Thermalwasserpumpe ist auf dem Weg nach unten, Teile der Bohranlage werden abgebaut und abtransportiert 

07.03.2017 Die Bohrung wurde in 4 Stufen gereinigt, Anschluss an des Thermalwasser im Malm ist vorhanden 

06.03.2017 Einbau Reinigungsstrang bis 10 Meter vor Endteufe 

05.03.2017 Weiter Ausbau des Bohrstranges

04.03.2017 Vorläufige Endteufe der Th2b nach 6.084 Metern Bohrstrecke erreicht, Ausbau des Bohrstranges

03.03.2017 Bohren bei steigenden Spülungsverlusten, Thermalwasserpumpe für die Testarbeiten ist auf dem Bohrplatz angekommen 

02.03.2017 "preisgünstigere" Bohrgarnitur ist am Bohrlochgrund angekommen und bohrt 

01.03.2017 Automatisches Richtbohrsystem ist ausgebaut, erste Vorbereitungen an der Bohrung Th1a für die Testphase

28.02.2017 Erhöhte Spülungsverluste, Ausbau automatisches Richtbohrsystem

27.02.2017 Bohren 

26.02.2017 Bohren

25.02.2017 Das Richtbohrsystem ist auf dem Weg nach unten

24.02.2017 Bohrlochmessungen, Vorbereitungen zum Einbau Richtbohrsystem mit neuem PDC-Bohrer 

23.02.2017 Das Bohrwerkzeug ist über Tage, Sicherheitsprüfungen werden durchgeführt, nicht mehr benötigte Anlagenteile und Lagerbehälter werden gereinigt und abgefahren 

22.02.2017 Weiter Ausbau zum Tausch der Bohrwerkzeuge

21.02.2017 Bohren im Malm, erste Spülungsverluste, Ausbau zum Tausch der Bohrwerkzeuge 

20.02.2017 Bohren im Malm bei sehr geringem Bohrfortschritt

19.02.2017 Bohren im Malm bei mäßigem Bohrfortschritt

18.02.2017 Bohren im Malm, derzeit Räumfahrt bis zum Rohrschuh der 4. Sektion

17.02.2017 Bohren im Malm mit weiterem Neigungsaufbau, Bohrstrecke 5.400 Meter 

16.02.2017 Bohren im Malm, Neigung aufgebaut auf aktuell 72° (aus der Vertikalen), der PDC-Meißel dreht sich derzeit mit ca. 300 Umdrehungen je Minute

15.02.2017 Bohren im Malm, die Bohrspülung benötigt für die Strecke "Bohrlochgrund" bis "Siebanlage" ca. 4 Stunden

14.02.2017 Der Bohrer hat nach über 5.000 Meter Bohrstrecke die Gesteinsschichten des Jura-Zeitalters (Purbeck, Alter ca. 145 Millionen Jahre) erreicht, die ersten Meter im Malm sind gebohrt

13.02.2017 Protektoren zum Schutz des Casings sind montiert, Bohren im Kalkstein der Kreidezeit 

12.02.2017 Großer Spülungstausch und Tankreinigung weitgehend abgeschlossen, Ausbau Bohrgestänge für Wechsel Bohrsystem

11.02.2017 Rohrschuh ist vorbereitet zum Durchbohren, Drucktests sind durchgeführt, derzeit großer Spülungstausch und Tankreinigung 

10.02.2017 Richtbohrgarnitur ist eingebaut, derzeit erfolgt das Aufbohren der ersten Zementschichten aus der Casingmontage

09.02.2017 BOP (Blow-Out-Preventer) mit 4"-Backen ausgestattet und Drucktests durchgeführt, über 1.700 Meter 4 Zoll Bohrgestänge in den Bohrturm aufgenommen 

08.02.2017 Bohrgestänge (5 Zoll) ist ausgebaut, Teilmengen wurden auf dem Bohrplatz abgelegt, umfangreiche Sicherheitsprüfungen vor Beginn der 5. Sektion

07.02.2017 Liner-Rückverlängerung ist in der Tiefe verbunden, Zementation läuft, erste Bauteile für die Testphase sind installiert 

06.02.2017 Nicht mehr benötigte Anlagenteile (Hochtanks usw.) werden demontiert und abtransportiert, Liner-Rückverlängerung nicht verbunden 

05.02.2017 Liner-Rückverlängerung und Packer sind auf dem Weg in die Tiefe 

04.02.2017 Prüfung Zementation und Abdichtung 

03.02.2017 Zementation abgeschlossen, Bohrgestänge wird ausgebaut 

02.02.2017 Das Casing der 4. Sektion ist am Ziel angekommen, Zementation wird vorbereitet

01.02.2017 Das Casing der 4. Sektion ist wieder verschraubt und auf dem Weg in die Tiefe 

31.01.2017 Check-Trip bis zur Bohrlochsohle, Spülungszusammensetzung ist angepasst, der Bohrstrang ist auf dem Weg nach oben 

30.01.2017 Der Bohrstrang ist bis zum Rohrschuh der 3. Sektion eingebaut, Spülungszusammensetzung wird angepasst

29.01.2017 Casing ist über Tage, Einbau Bohrstrang zur Bohrlochkontrolle 

28.01.2017 Kein ausreichender Zirkulationsvolumenstrom vorhanden, aus Sicherheitsgründen Casingausbau

27.01.2017 Das Casing der 4. Sektion ist verschraubt und befindet sich auf dem Weg in die Tiefe 

26.01.2017 Check-Trip abgeschlossen, Bohrgestänge ist ausgebaut, Geräte zum Casing-Einbau sind auf dem Bohrturm installiert 

25.01.2017 Nachfall auszirkuliert, Check-Trip fortgesetzt 

24.01.2017 Nachfall aus einer geologischen Schicht vorhanden, Spülungsgewicht wird angepasst

23.01.2017 Nachräumen der 4. Sektion ist erfolgt, Check-Trip

22.01.2017 Nachräumen der 4. Sektion 

21.01.2017 Räumgarnitur für Check-Trip zusammengestellt, Garnitur ist auf dem Weg nach unten 

20.01.2017 Weiter Ausbau der Richtbohrgarnitur, Vorbereitung für Check-Trip 

19.01.2017 Geeigneter Absetzpunkt erreicht, sehr schwerer Ausbau der Richtbohrgarnitur

18.01.2017 Bohren, knapp 45° Neigung sind erreicht

17.01.2017 Bohren, die Neigung wird deutlich erhöht, die bisher in SW-Richtung verlaufende Bohrung Th2b wird dabei in NW-Richtung abgelenkt

16.01.2017 Bohren in den Gesteinsschichten der Kreidezeit (Turon), Alter über 90 Millionen Jahre, Stichwort: Dinosaurier, Bohrtiefe 4.750 Meter (Bohrlochlänge)

15.01.2017 Bohren, die Auftriebszeit der Spülung mit dem Bohrklein beträgt aktuell über 100 Minuten (Zeit zwischen Austritt aus dem Bohrmeißel am Bohrlochgrund und Ankunft an den Schüttelsieben)

14.01.2017 Bohren mit einer Neigung von derzeit genau 25,17°

13.01.2017 Automatisches Richtbohrsystem mit PDC-Meißel ist auf dem Weg nach unten 

12.01.2017 Rohrschuh ist aufgebohrt, Drucktests sind durchgeführt, derzeit Ausbau zum Wechsel des Bohrsystems

11.01.2017 Das Bohrgestänge wurde in die Bohrung eingefahren, der Rohrschuh der 3. Sektion wird mit einem 8 1/2 " Rollenmeißel aufgebohrt 

10.01.2017 Regelmäßige Prüfung der Bohrlochkontrolleinrichtungen ist erfolgt, das Einziehen eines neuen Fahrseiles in den Bohrturm hat begonnen

09.01.2017 Zementation hinter den Rohren ist abgeschlossen, Bohrgestänge ist wieder im Bohrturm

08.01.2017 Das Casing hat die Zieltiefe erreicht und wurde mit der 2. Sektion erfolgreich verbunden, point-of-no-return wurde bei knapp 3.600 Metern überschritten, derzeit erfolgt die Vorbereitung zur Zementation hinter den Rohren

07.01.2017 Das 1.944 Meter lange Casing ist auf dem Weg in die Tiefe, transportiertes Gewicht auf Sohltiefe der 3. Sektion knapp 290 Tonnen

06.01.2017 Mehr als 1.800 Meter Rohre ( Casing 9 7/8" und 9 5/8") der 3. Sektion sind aktuell verschraubt, Temperaturen von unter -15°C erfordern geänderte Arbeitsabläufe beim Einbau 

05.01.2017 Zweiter Check-Trip ist abgeschlossen, das Werkzeug zur Casing-Montage wird auf dem Bohrturm installiert, das Casing wird zur Montage vorbereitet, durch Schnee und Eisbildung erschwerte Bedingungen

04.01.2017 Zweiter Check-Trip befindet sich derzeit in 4.445 Metern Tiefe, 9 Meter vor Bohrlochsohle der 3. Sektion 

03.01.2017 Check-Trip ist unterwegs, einige schwierige Passagen vorhanden, intensives Nachräumen 

02.01.2017 Die Kontrollgarnitur ist auf dem Weg nach unten, der Check-Trip hat begonnen

01.01.2017 Das automatische Richtbohrsystem wird ausgebaut, die Kontrollgarnitur wird zusammengestellt

31.12.2016 Der Bohrstrang wird ausgebaut

30.12.2016 Geplante Sektionsteufe (3. Sektion) von 4.454 Meter erreicht 

29.12.2016 Die 4.000 Meter-Grenze wurde bei gutem Bohrverlauf überschritten, der Abstand zur Th 2a beträgt weiterhin ca. 15 Meter 

28.12.2016 Der Bohrstrang ist mit neuer Richtbohrgarnitur und neuem PDC-Meissel auf dem Weg nach unten

27.12.2016 Bohrtiefe 3.980 Meter (Bohrlochlänge) ist erreicht, der derzeit genutzte Bohrkopf hat die Verschleißgrenze erreicht 

26.12.2016 Der Check-Trip ist abgeschlossen, der Bohrer ist wieder auf Sohle in 3.700 m Tiefe

25.12.2016 Es wird ein Check-Trip durchgeführt um die Bedingungen im bereits gebohrten Abschnitt zu prüfen, dies erfolgt bis in den Basisbereich der (bereits verrohrten) 2. Sektion

24.12.2016 Die Bausteinschichten als bohrtechnisch schwieriger Bereich sind erreicht, das in der Th 2 verbliebene Casing ist durch magnetische Einflüsse auf das Richtbohrsystem erkennbar (liegt in ca. 30 Meter Abstand)

23.12.2016 Geologisch durchteufen wir derzeit das Erdzeitalter Tertiär, die Epoche Oligozän, die Altersstufe Unteres Eger (Chatt), entstanden vor ca. 25 Mio Jahren, erbohrt wird Tonmergelstein mit Sandwechsellagen und vereinzelt schwarzer, glänzender Kohle

22.12.2016 Abstand zur Th 2 ca. 30 Meter, zur Th 2a ca. 15 Meter, Bohrpfade verlaufen parallel

21.12.2016 Die Bohrtiefe von 3.100 m wurde überschritten

20.12.2016 Der Bohrstrang hat den Pfad der Bohrung Th 2a an der geplanten Stelle verlassen, die Th 2b ist begonnen

19.12.2016 Der Sidetrack Th 2b wird aus der bestehenden Bohrung herausgeführt. Dies geschieht in einer Tiefe von ca. 2.900 m aus dem "open hole". Die Bohrgeschwindigkeit wird hierbei bewusst stark reduziert

 

25.06.2016 Bohrbeginn Th 2

 

Bohrung Th 1a ist abgeschlossen

27.05.2016 Die Bohrung Th 1a ist nach einer Bohrstrecke von 5.600 m am Ziel angekommen

27.01.2016 Bohrbeginn Th 1

Pressemitteilungen 

Die Entscheidung

Mit 17 zu acht Stimmen haben sich die Holzkirchner Marktgemeinderäte in der öffentlichen Sondersitzung vom 30. April 2015 für das kommunale Geothermieprojekt ausgesprochen. Die Bürgervertreter hatten es sich mit ihrer Entscheidung nicht leicht gemacht. Über 100 Seiten an Berechnungen, Prognosen und Gutachten waren ihnen von den Experten zur Verfügung gestellt worden. Monatelang hatten sie sich intensiv mit der Materie auseinandergesetzt. Vier Geothermieprojekte, die bereits seit längerem in Betrieb sind, waren besichtigt worden.

 

Sorgfältiges Abwägen von Pro und Contra

Auch mehr als sechzig Bürgerinnen und Bürger verfolgten interessiert die intensive Debatte im Rathaus. Bürgermeister Olaf von Löwis dankte den Räten für ihre Ernsthaftigkeit bei dieser Entscheidung, die sicherlich nicht einfach gewesen sei. Fast jeder der Marktgemeinderäte hatte sein Votum in einer sehr persönlichen Stellungnahme erläutert. Auch Bürgermeister Olaf von Löwis war nach eingehender Prüfung aller Informationen und dem sorgfältigen Abwägen von Pro und Contra zu dem Schluss gekommen, „dass bei diesem Projekt die Chancen die Risiken überwiegen.“ Albert Götz, Leiter der Gemeindewerke Holzkirchen, war nach einem intensiven Studium aller Informationen und zahlreichen Gesprächen mit den Experten zu dem gleichen Ergebnis wie Holzkirchens Bürgermeister gekommen.

 

Die Historie

Eigentlich war die Entscheidung für das Geothermieprojekt bereits schon einmal, am 22. März 2012, gefallen. Die Kosten für das damals deutlich größer dimensionierte Projekt wurden auf rund 70 Mio. Euro kalkuliert. Wegen der Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) im Frühjahr 2013, die sich bis August 2014 hinzog, musste die damalige Projektplanung und -finanzierung neu durchdacht werden. Denn das EEG regelt die Einspeisevergütung für Strom, bei der eine Kürzung befürchtet wurde. Zudem hatte sich während der Phase des Stillstandes der Versicherer, mit dem die Gemeindewerke Holzkirchen wegen der Fündigkeitsversicherung in Verhandlung waren, aus diesem Markt zurückgezogen.

 

Die neue Planung

Um das Risiko und die Kosten zu minimieren, wurde von dem ehemaligen Konzept -einer großen geothermischen Dublette (zwei Bohrungen an zwei verschiedenen Standorten) mit Schüttungsraten von bis zu 150 Liter pro Sekunden (l/s) - Abstand genommen. Mehrere Planungsvarianten wurden überprüft. Nur eine davon erwies sich als wirtschaftlich und technisch gut zu realisieren. Zudem richtet sich im Gegensatz zum damaligen Konzept bei der neuen Planung der Fokus auf die Wärmeversorgung, aber gekoppelt mit Stromproduktion. Mit den aus der Stromeinspeisung erzielten Gewinnen kann das Projekt mit finanziert werden. Zumal bei einer reinen Wärmeversorgung im aktuellen Wärmeabsatzplan sonst rund 82 Prozent davon ungenutzt blieben.

 

„Abgespeckte“ Version

Bei der neuen, nun abgespeckten Version wurde der Bohrlochdurchmesser verringert. Es können somit günstigere Standardwerkzeuge eingesetzt werden. Zudem verkürzt sich die Bohrdauer und es können beide Bohrungen an einem Standort, dem der Alten Au, realisiert. Auch das Kraftwerk kann deshalb kleiner dimensioniert werden.

In der Summe verringern sich die Kosten somit gegenüber dem ursprünglichen Konzept in Höhe von 70 Mio. Euro um zirka 30 Mio. Euro. Technisch realisierbar ist bei dieser Variante eine Schüttungsrate von 80 Liter pro Sekunde (l/s) ggf. auch etwas mehr.

Bohrturm beim Pumpentest in Sauerlach - Erdwerk GmbH

Die Kosten

Die Kosten für die Arbeiten bis zum Abschluss der ersten Bohrung bis in knapp 5.000 Meter Tiefe werden einschließlich eines Puffers von 500.000 Euro für Unvorhergesehenes auf rund 10,7 Mio. Euro geschätzt. Die Gesamtkosten – also beide Bohrungen und das Kraftwerk – werden auf insgesamt zirka. 40 Mio. Euro kalkuliert. Hier ist ein großer Puffer für Unvorhergesehenes enthalten.

Erst wenn der Nachweis von genügend heißem Thermalwasser in ausreichender Schüttmenge erbracht ist, würden die nächsten Investitionen für die zweite Bohrung sowie für den Bau eines ORC-Kraftwerkes (Organic Rankin Cycle) erfolgen.

 

Die Finanzierung

Geht das Kraftwerk noch bis Ende des Jahres 2017 ans Netz, erhalten die Gemeindewerke die volle Einspeisevergütung von 25,2 Cent pro Kilowattstunden über einen Zeitraum von zwanzig Jahren. In diesem Fall wird mit rund 16 Millionen Euro Gewinnausschüttungen an den Markt Holzkirchen innerhalb des EEG-zwanzigjährigen Vergütungszeitraums gerechnet. Rund zehn Mio. Euro sind bereits für die erste Bohrung im Haushalt eingestellt. Der Rest wird über KfW-Förderdarlehn und weitere Kredite finanziert werden.

 

Der Klimaschutz

Die Wärmemenge, die in 5.000 Meter Tiefe gewonnen werden kann, entspricht rund 50.000 Liter Heizöl pro Tag. Das bedeutet: Mit der Realisierung des Projektes können voraussichtlich rund 10.000 Tonnen des klimaschädlichen CO2 pro Jahr eingespart werden – und zwar vor Ort.

 

Die Wärmeversorgung

Der Gesamtwärmebedarf in Holzkirchen wird von den Experten auf zirka 100 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr berechnet. Es wird geschätzt, dass langfristig bis zu 80 Prozent des Holzkirchner Bedarfs mit Fernwärme (aus Geothermie) versorgt werden können. Aus Vorsichtsgründen wird aber von einem langfristigen Absatzpotential in Höhe von rund 60 GWh pro Jahr ausgegangen. Ein großer Vorteil für Holzkirchen ist hier auch das bereits vorhandene knapp 25 Kilometer lange Fernwärmenetz der Gemeindewerke Holzkirchen.

Die Planungsbüros gehen von einem jährlich steigenden Absatz an Gesamtwärme aus. Es wird – sehr konservativ gerechnet – ein Gesamtwärmeabsatz von 26 GWh ab dem Jahr 2034 jährlich im Endausbau unterstellt.

 

Das Kraftwerk – die Stromproduktion

Das heiße Thermalwasser steht auch während der heizungsfreien Zeit zur Verfügung. Die Verstromung trägt aufgrund der Einspeisevergütung zur Amortisation des Projektes bei und ist zwingend notwendig, um dessen Wirtschaftlichkeit sicher zu stellen.

Zur Stromerzeugung ist eine Thermalwassertemperatur von zirka 120 Grad Celsius Voraussetzung. In Holzkirchen wird mit einer Eingangstemperatur von 140 Grad Celsius sowie einer Schüttung von zirka 65 l/s gerechnet. Es ist geplant, ein ORC-Kraftwerk mit einer Leistung bis zu 2,8 MWel zu errichten.

 

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Grafik Hoch 3 GmbH

Der Stromverbrauch in Holzkirchen ist deutlich höher. Das heißt, es ist genügend Absatzpotential bei der Stromversorgung in Holzkirchen vorhanden. Denn nach Ablauf der Einspeisevergütung nach zwanzig Jahren kann der Strom der Holzkirchner Bevölkerung angeboten werden.

 

Der Zeitplan

Um die volle EEG-Vergütung zu erhalten, muss jedoch ein straffer Zeitplan eingehalten werden. Sprich das Kraftwerk sollte bis Ende 2017 in Betrieb gehen.

Es wird mit rund 16 Millionen Euro Gewinnausschüttungen an den Markt Holzkirchen innerhalb des EEG-Vergütungszeitraums von zwanzig Jahren gerechnet.

 

Ausschreibung für die Bohrung ist erfolgt

Unmittelbar nach der entscheidenden Sitzung am 30. April wurde bereits das Ausschreibungsverfahren für die Bohrungen EU-weit bekannt gemacht. Sobald die Angebote für die Bohranlagen vorliegen, beginnt die Detailplanung für den Bohrplatz. Dieser soll möglichst noch im vierten Quartal dieses Jahres eingerichtet werden. Geplanter Bohrbeginn ist im ersten Quartal 2016.

 

Gutachten bestätigt hohe Fündigkeitswahrscheinlichkeit

Um das Risiko der Nichtfündigkeit einschätzen zu können, hatten die Gemeindewerke Holzkirchen beim Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) 2014 ein zusätzliches, unabhängiges Gutachten erstellen lassen. In diesem wurden mehrere Szenarien betrachtet. Es standen den Gutachtern insgesamt 83 Malm-Bohrungen (davon waren 81 erfolgreich) im Süddeutschen Molassebecken zur Auswertung zur Verfügung.

Das Resultat: Die Erfolgswahrscheinlichkeit für eine Fündigkeit von z. B. 65 l/s liegt für Holzkirchen bei rund 90 Prozent. Es wird mit einer Temperatur von 140 bis 150 Grad Celsius und einer Schüttungsrate von 65 l/s bis 80 l/s gerechnet.

Im Großraum München wurden bisher 15 Geothermieprojekte mit insgesamt 34 Tiefenbohrungen erfolgreich abgeteuft. In Sauerlach, dem von Holzkirchen aus nächstgelegenen Projekt (10 km) waren alle drei Bohrungen erfolgreich. Auch im weiteren Umkreis bis zu 16,5 km von Holzkirchen konnten alle sieben Geothermiebohrungen positiv abgeschlossen werden. Die nichtfündige Bohrung in Gelting bei Geretsried, bei der eine Nachbohrung geplant ist, befindet sich in zirka 20 km Entfernung westlich von Holzkirchen. Die geologischen Gegebenheiten der beiden Standorte sind nicht vergleichbar. Die hydraulische Durchlässigkeit des Malm verschlechtert sich tendenziell Richtung Südwesten.

 

Die Vorteile: Geothermie – eine Rechnung, die aufgeht

Vorteile für die Verbraucher:

Unabhängigkeit von globalen, oft von Krisen geschüttelten Energiemärkten
Entkoppelung von den Preisschwankungen bei Öl und Gas
Komfortable und saubere Energieversorgung - bei Wärmeversorgung weder Öl-, Gaskessel noch Holz oder Pelletheizung in der Immobilie nötig; nur noch kleine Wärmeübergabestationen vor Ort
Einsparung von Wartungs- und evtl. Versicherungskosten
Verbesserter Primärenergiefaktor bei Gebäudesanierungen
 

Vorteile für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort:

Gesündere Luft, da kaum mehr Verbrennung fossiler Stoffe
Versorgungssicherheit dank lokaler, regenerativer Energiequelle
Stärkung der heimischen Wirtschaft, das bedeutet regionale Wertschöpfung
Standortoptimierung für Unternehmen und Einwohner, dank stabiler Energiepreise
Geringer Eingriff in die Landschaft und geringer Flächenbedarf im Vergleich zu Fotovoltaik, Windrädern oder Biomasse
steht rund um die Uhr zur Verfügung und ist wetterunabhängig (grundlastfähig)
                                                                                      

Vorteile für die globale Energiebilanz:

Deutliche CO2-Reduzierung: z. B. 4,4 Tonnen CO2 Einsparung gegenüber dem Verbrauch von Heizöl pro Jahr bei einem Einfamilienhaus. Das entspricht einer Autofahrt rund um die halbe Welt.
Klimaschutz dank wegfallender Transportkosten für Öl und Gas.
 

Infos, Fakten, Hintergründe

Wie funktioniert Geothermie?

Im Innersten unseres Planeten herrscht nach heutigen Schätzungen eine Temperatur zwischen 5.000 und 7.000 Grad Celsius. Ohne Unterbrechung, also 24 Stunden am Tag, sommers wie winters, steigt ein ständiger Wärmestrom an die Oberfläche, der das Gestein, aber auch die Wasservorkommen in den Tiefen der Erde erhitzt.

 

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Diese Tiefengewässer werden Thermalwasser genannt. Je tiefer man in das Innere der Erde vordringt, desto heißer wird es. Pro 100 Meter Tiefe nimmt die Temperatur um zirka drei Grad Celsius zu. 99 Prozent unseres Planeten sind heißer als 1.000 Grad Celsius. Vulkane und Geysire sind die oberirdischen Zeugen dieser gigantischen Wärmevorkommen.

 

Das Süddeutsche Molassebecken

Vor allem im Süddeutschen Molassebecken sind die Voraussetzungen zur Erschließung von Geothermie günstig, da sich hier besonders heißes Wasser in entsprechender Tiefe befindet. Ein großer Teil Südbayerns liegt über den Schichten des sogenannten Malmkarsts, die an der Basis des Süddeutschen Molassebeckens zwischen Donau und dem Alpenvorland auftreten und die gleich einem Schwamm sehr porös oder verkarstet bzw. zerklüftet sind. In diesen durchlässigen Gesteinsschichten und Hohlräumen befindet sich Thermalwasser, das über eine Tiefbohrung nach oben gelangt und zur Energiegewinnung genutzt werden kann.

 

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Grafik Hoch 3 GmbH

Aufgrund der völlig unterschiedlichen geologischen Gegebenheiten in Holzkirchen gegenüber der Region im westlichen Baden-Württemberg ist hier ein Aufquellen des Anhydrits im Gipskeuper, wie bei den oberflächennahen Bohrungen in Staufen oder Leonberg geschehen, nicht möglich.

 

Geothermie ist nicht gleich Geothermie

Die Tiefe Geothermie ab 400 Meter

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Erdwärme zu nutzen. In Südbayern kommt neben der weit verbreiteten Nutzung der oberflächennahen Geothermie (Brunnen, Erdwärmesonden oder Flächenkollektoren) vor allem die Hydrothermale Tiefengeothermie bei der großenergetischen Nutzung zum Einsatz.

 

Verschiedene Verfahren der Tiefen Geothermie

In Holzkirchen soll die Hydrothermale Geothermie erschlossen werden. Dabei wird heißes Thermalwasser aus großer Tiefe genutzt. So ist eine direkte Wärmeversorgung und ab einer Temperatur von rund 120 Grad Celsius auch eine Stromproduktion, wie z. B. in Unterhaching, möglich.

 

Die Hydrothermale Geothermie

Voraussetzung für dieses Verfahren ist eine, poröse, thermalwasserführende Gesteinsschicht im tieferen Untergrund, wie sie beispielsweise im Malm im Süddeutschen Molassebecken in Erscheinung tritt. Das angebohrte, heiße Thermalwasser steigt aufgrund des natürlich vorhandenen Drucks bis zirka 200 m unter der Geländeoberfläche auf und wird in der Förderbohrung mit Hilfe einer Tauchkreiselpumpe bis an die Oberfläche gepumpt. Über Wärmetauscher wird die Energie des heißen Wassers auf zwei weitere Kreisläufe (Energiezentrale und Heizungskreislauf der jeweiligen Immobilie) übertragen. Mittels der zweiten Bohrung, der Reinjektionsbohrung erfolgt die Ableitung des abgekühlten Thermalwassers wieder in den Untergrund.

Die Förder- und Reinjektionsbohrung werden zusammen auch als geothermische Dublette bezeichnet.

 

Dem Untergrund wird somit nur Wärme, aber kein Wasser entzogen. Das hydrodynamische Gleichgewicht wird somit nicht verändert, der Wasserkreislauf bleibt in sich geschlossen.

 

Bei der hydrothermalen Geothermie müssen keine künstlichen Fließwege neu geschaffen werden. Ein Fracking der Gesteine findet nicht statt.

 

Die Petrothermale Geothermie mit dem Hot-Dry-Rock-Verfahren

Das so genannte Hot-Dry-Rock-Verfahren - wie z. B. in Soults-sous-Foret, in Bad Urach oder in Basel angewandt - unterscheidet sich völlig von der Hydrothermalen Geothermie. Bei diesem Verfahren wird mit einer Tiefenbohrung kaltes Wasser von außerhalb mit sehr hohen Drücken in heißes, wasserundurchlässiges Granitgestein verpresst (Hydraulische Hochdruckstimulation bzw. Fracking), um das Gestein aufzubrechen und einen Kreislauf zu erzeugen, in dem sich das eingeleitete Wasser dann aufheizt. Weitere Bohrungen befördern das durch künstlich geschaffene Klüfte zirkulierende Wasser wieder an die Oberfläche. Das abgekühlte Wasser wird im geschlossenen Kreislauf wieder in das heiße Gestein zurückgeleitet. Bei diesem Verfahren können Erschütterungen ausgelöst werden.

 

Die Stromproduktion

ORC- Kraftwerk (Organic Rankin Cycle)

Diese Technik ist seit Jahrzehnten erprobt. Das heißte Thermalwasser gibt seine Energie über einen Wärmetauscher an einen zweiten Kreislauf im Kraftwerk ab. In diesem – wieder ein in sich geschlossener Kreislauf – zirkuliert jedoch kein Wasser oder Wasserdampf, sondern ein spezielles Fluid (Kältemittel), das bereits bei niedrigen Temperaturen verdampft, wodurch eine Turbine mit einem Generator zur Stromerzeugung angetrieben wird. Das Fluid ist nicht brennbar und nicht toxisch. Das Thermalwasser selbst bleibt wie bei der Fernwärme-Erzeugung in seinem eigenen Kreislauf. Es wird ebenfalls wieder über die Reinjektionsbohrung in den Untergrund geleitet.

                                                                                                       

Der Claim

Das Erdwärme-Erlaubnisfeld Holzkirchen (Geothermie-Claim) umfasst insgesamt rund 126 Quadratkilometer und ist im Alleinbesitz der Marktgemeinde Holzkirchen. Der Besitz eines Claims ermöglicht die Aufsuchung von Bodenschätzen, in diesem Fall von heißem Thermalwasser. Die neuen 3D-seismischen Untersuchungen fanden auf rund 65 Quadratkilometer in und um die Marktgemeinde Holzkirchen statt.

 

Das Seismik- Untersuchungsgebiet (schraffiert) des Claims Holzkirchen - Grafik: Hoch 3 GmbH

 

Die Seismik-Ergebnisse von 2011

Bei der Anfang 2011 durchgeführten 3D-Seismik Untersuchung wurde quasi eine „Landkarte des Untergrunds“ angefertigt. Sie lokalisierte u.a. die Tiefenlage des Malm-Reservoirs, Störungen in der Malm-Kalkschicht (Malm), mit vielen Rissen, Riffen und Hohlräumen und Bereiche mit potenziell günstigen Bedingungen für das Antreffen von Thermalwasser in ausreichender Menge. Das Unternehmen Erdwerk rechnet gemäß aktueller Bohrplanung mit einer Schüttung von ca. 80 Litern pro Sekunde und einer Thermalwassertemperatur von rund 140 Grad Celsius. Zudem existieren bereits ehemalige Erdölbohrungen, bei denen Temperaturen von mindestens 128 Grad Celsius gemessen wurden. Viele Strukturen seien sehr gut zum Anbohren geeignet, lautete das Fazit der Geologen.

 

Vorbereitungen zur Seismikuntersuchung 2011 - Foto: DMT GmbH & Co. KG